Pride Go-Chair in der Pflege: Vor- und Nachteile

Pride Go-Chair in der Pflege: Vor- Nachteile im praktischen Alltag

Der Pride Go-Chair ist ein leichter, wendiger Elektrorollstuhl, der speziell für den Einsatz in der häuslichen Pflege entwickelt wurde. Mit einem Gewicht von rund 45 kg und einer maximalen Zuladung von 120 kg bietet er eine solide Basis für die tägliche Mobilität. Im Folgenden analysieren wir die Vor- und Nachteile des Go-Chairs aus pflegerischer Perspektive – praxisnah und ohne Beschönigung.

Wie schlägt sich der Pride Go-Chair im häuslichen Pflegealltag?

Der Go-Chair punktet vor allem durch seine kompakten Abmessungen (Breite 58 cm, Länge 95 cm) und den engen Wendekreis von etwa 1,2 Metern. Das erleichtert Manöver in engen Fluren, Durchgängen und kleinen Wohnungen. Pflegende Angehörige berichten, dass der Stuhl problemlos durch 80 cm breite Türen kommt. Die 12-Zoll-Hinterräder und die 8-Zoll-Vorderräder bieten eine ausreichende Dämpfung für glatte Böden, Teppich und Fliesen. Allerdings ist der Stuhl nicht für grobes Gelände konzipiert – Kopfsteinpflaster oder weiche Waldwege sind tabu. Die Sitzhöhe von 48 cm erleichtert Transfers auf Bett oder Toilette, sofern die Höhen angepasst sind.

In der Pflege ist die einfache Bedienung ein großer Vorteil: Der Joystick ist intuitiv und die Geschwindigkeit lässt sich in fünf Stufen regulieren (maximal 6 km/h). Das erlaubt sowohl vorsichtige Rangierfahrten in der Wohnung als auch zügige Fahrten auf dem Gehweg. Die Reichweite des Standard-Akkus beträgt realistisch zwischen 18 und 25 km je nach Fahrweise, Gelände und Beladung. Für den täglichen Einsatz im Umkreis von 5 bis 8 km reicht das völlig aus. Ein häufiges Problem: Die Akku-Kapazität nimmt nach etwa zwei Jahren spürbar ab – ein rechtzeitiger Austausch ist dann nötig. Mehr zur Pflege und zum Austausch des Go-Chair-Akkus finden Sie in einem separaten Beitrag.

Fazit im Pflegealltag: Der Go-Chair ist ein verlässlicher Partner für die häusliche Pflege, solange die Umgebungsbedingungen stimmen. Er erfordert wenig Kraft bei der Handhabung und ist für pflegende Personen leicht zu bewegen, auch wenn der Nutzer aussteigt.

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Welche Sitz- und Steuereinstellungen sind für Pflegekräfte wichtig?

Der Pride Go-Chair bietet mehrere Anpassungsmöglichkeiten, die den Pflegealltag erleichtern. Die Sitzfläche ist in der Tiefe verstellbar (von 42 bis 46 cm), was für unterschiedliche Körpergrößen optimal ist. Die Rückenlehne lässt sich in zwei Positionen neigen (90° und 100°) – eine kleine, aber feine Erleichterung für den Druckausgleich. Die Armlehnen sind höhenverstellbar und nach hinten wegklappbar, was den Transfer auf das Bett oder den Toilettenstuhl vereinfacht. Auch die Fußrasten sind in der Höhe und Tiefe einstellbar und lassen sich nach außen schwenken.

Für Pflegende ist die Steuerung über den Joystick intuitiv. Die Empfindlichkeit des Joysticks kann über das Bedienfeld in sechs Stufen angepasst werden – von sehr träge bis reaktionsfreudig. Das verhindert ungewollte Ruckler, besonders bei Menschen mit zittrigen Händen. Die Sitzposition selbst ist gut zentriert, sodass der Nutzer auch bei voller Geschwindigkeit nicht umkippt. Ein Sicherheitsgurt ist serienmäßig, was besonders bei unruhigen oder dementen Personen sinnvoll ist. Für eine detaillierte Anleitung zu allen Einstellungen, inklusive der Programmierung von Geschwindigkeitsprofilen, lesen Sie den Artikel Pride Go-Chair: Sitz- und Steuereinstellungen.

Praxistipp: Lassen Sie sich die individuelle Anpassung von einem Sanitätshaus zeigen. Falsch eingestellte Armlehnen oder Fußrasten führen schnell zu Druckstellen oder Fehlbelastungen.

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Welche Vor- und Nachteile hat der Go-Chair bei der Körperpflege und Toilettennutzung?

Der Zugang zur Toilette ist für viele Pflegebedürftige eine tägliche Herausforderung. Der Go-Chair hat eine Sitzhöhe von etwa 48 cm, was etwas niedriger ist als bei vielen handelsüblichen Toiletten (Standardhöhe 43–46 cm). In Kombination mit einer Toilettenerhöhung (5–10 cm) kann der Transfer klappen. Die nach hinten wegklappbaren Armlehnen und die schwenkbaren Fußrasten erleichtern den seitlichen Transfer auf die Toilette oder den Toilettenstuhl. Die Sitzbreite beträgt 44 cm, was für die meisten Menschen ausreichend ist – wer aber ein Sitzkissen oder eine Inkontinenzhilfe nutzt, sollte vorher die effektive Breite prüfen.

Nachteilig ist, dass der Go-Chair keine integrierte Toilettenfunktion oder Duschvorbereitung hat. Der Stuhl muss komplett verlassen werden, was für Menschen mit eingeschränkter Mobilität schwierig sein kann. Für einige Pflegesituationen ist ein separater Dusch- oder Toilettenstuhl notwendig. Beim Thema Körperpflege ist der Go-Chair leicht zu reinigen: Der Sitzbezug ist abnehmbar und waschbar (30 °C), und der Rahmen lässt sich mit einem feuchten Tuch abwischen. Allerdings sollten Pflegekräfte darauf achten, dass keine Flüssigkeit in die Elektronik oder die Motorabdeckung eindringt. Einen detaillierten Leitfaden zur Reinigung finden Sie unter Pride Go-Chair richtig reinigen.

Praxistipp: Für eine sichere Toilettennutzung empfehlen wir eine rutschfeste Unterlage auf der Toilette und eine Toilettenerhöhung von mindestens 5 cm. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob die Armlehnen des Go-Chairs hoch genug sind, um den Transfer zu erleichtern. Mehr dazu im Artikel Toilettenzugang mit dem Pride Go-Chair.

Wie transportiert und verstaut man den Go-Chair im Pflegealltag?

Ein großer Vorteil des Go-Chairs ist sein relativ geringes Gewicht. Mit etwa 45 kg lässt er sich von einer pflegenden Person mit etwas Kraftaufwand in ein Auto heben – aber Vorsicht: Ohne Rampe oder Hebelift ist das auf Dauer belastend. Die zerlegbaren Komponenten (Sitz, Rückenlehne, Fußrasten) reduzieren das Einzelgewicht auf etwa 10–15 kg pro Teil, was den Transport in einem Kombi oder Kleinbus ermöglicht. Der Stuhl lässt sich auch zusammengeklappt verstauen (Maße ca. 75 x 55 x 55 cm), braucht aber einen festen Untergrund.

In der Wohnung steht der Go-Chair relativ stabil, auch wenn der Nutzer nicht einsteigt. Der integrierte Feststellbremshebel verhindert ein Wegrollen. Bei Fahrten im öffentlichen Raum ist der Go-Chair zwar wendig, aber für Bordsteinkanten nur bedingt geeignet – die Bodenfreiheit beträgt nur 7 cm. Hindernisse über 5 cm Höhe sollten umfahren werden. Für Unternehmungen in der Stadt empfehlen wir den separaten Ratgeber Pride Go-Chair: Unterwegs in der Stadt.

Praxistipp: Nutzen Sie eine leichte Auffahrrampe (ca. 1,5 Meter Länge) für den Einstieg in das Auto. Eine Kofferraumtasche für die Batterie (13 kg) erleichtert den Transport zusätzlich.

Welche Pflegehilfsmittel ergänzen den Go-Chair sinnvoll?

Der Go-Chair ist ein hervorragendes Basishilfsmittel, aber im Pflegealltag braucht es oft mehr. Sinnvolle Ergänzungen sind:

  • Toilettenerhöhung (5–10 cm) für den sicheren Transfer
  • Duschhocker oder Toilettenstuhl für die Körperpflege
  • Antirutschmatte für die Toilette und den Boden
  • Transfergurt für die pflegende Person
  • Lenkerschutz (Bugspoiler) für enge Durchfahrten
  • Regenschutz und Windschutz für Außenfahrten

Speziell für den Pride Go-Chair gibt es Zubehör wie einen Korpusschutz, einen Getränkehalter, eine Rückenlehnenverlängerung und einen Sicherheitsgurt. Einige Pflegekräfte schätzen auch eine Beinstütze oder eine höhenverstellbare Kopfstütze. Einen vollständigen Überblick über alles Machbare finden Sie in der Übersicht Zubehör für den Pride Go-Chair. Für Alltagsaktivitäten wie Essen und Trinken gibt es praktische Tablett-Aufsätze, die auf die Armlehnen gesteckt werden können – mehr dazu unter Essen und Trinken mit dem Pride Go-Chair.

Praxistipp: Investieren Sie in eine hochwertige Regenhaube und einen Korpusschutz – beides schützt den Stuhl und den Nutzer vor Nässe und Schmutz.

Wie zuverlässig ist der Pride Go-Chair im Dauergebrauch?

Die Haltbarkeit des Go-Chairs wird von den meisten Nutzern als gut bewertet. Der Stahlrohrrahmen und die Kunststoffverkleidung sind robust, die Reifen (luftlose Gummireifen) sind pannensicher. Die Motoren (2 x 250 Watt) arbeiten leise und zuverlässig. Typische Verschleißteile sind:

Problembereich Schweregrad
Akku-Kapazitätsverlust nach 2–3 Jahren Mittlere Priorität: rechtzeitig ersetzen, sonst Reichweite < 10 km
Joystick-Kalibrierung driftet Geringe Priorität: Neukalibrierung über Bedienfeld möglich
Bremsbelagverschleiß (alle 2–3 Jahre) Mittlere Priorität: Austausch durch Sanitätshaus
Rost an Schrauben und Gelenken Geringe Priorität: regelmäßiges Einfetten und Reinigen hilft
Rissbildung im Sitzbezug Geringe Priorität: Bezug nachbestellbar, ca. 80–120 €
Motorgeräusche (Knacken) Höhere Priorität: Fachmann prüfen lassen, ggf. Austausch

Die meisten Probleme lassen sich durch regelmäßige Wartung vermeiden. Einmal im Jahr sollte der Stuhl in einem Sanitätshaus durchgecheckt werden – das kostet etwa 50–80 € und verlängert die Lebensdauer deutlich. Ein Ersatz-Akku kostet zwischen 250 und 400 €, je nach Kapazität (12 Ah oder 20 Ah). Die Ersatzteilversorgung ist in Deutschland gut, da der Go-Chair ein Standardmodell ist.

Praxistipp: Führen Sie ein Wartungsprotokoll mit Datum und durchgeführten Maßnahmen. So haben Sie bei Garantiefällen alles dokumentiert.

Was sagen Pflegekräfte und Nutzer über den Pride Go-Chair?

Wir haben uns in Foren und bei Pflegeberatern umgehört. Hier ein paar realistische Einschätzungen:

  • „Der Stuhl ist leicht und wendig, aber die Sitzhöhe ist für meinen Mann zu niedrig für die Toilette – wir haben eine Erhöhung gekauft.“ – Tanja, pflegende Angehörige aus München
  • „Die Akkulaufzeit reicht für 3 bis 4 Tage, wenn mein Vater nur in der Wohnung fährt. Für Ausflüge in die Stadt muss ich einen Ersatzakku mitnehmen.“ – Armin, pflegender Angehöriger aus Berlin
  • „Die Reinigung ist einfach, aber der Bezug ist nach einem Jahr etwas ausgeblichen – die Waschbarkeit ist trotzdem ein Plus.“ – Monika, ambulante Pflegekraft
  • „Der Transport im Auto geht mit zwei Personen gut, aber alleine ist es zu schwer für den Kofferraum.“ – Peter, pflegender Angehöriger aus Hamburg

Diese Rückmeldungen decken sich mit den Erfahrungen vieler Nutzer: Der Go-Chair ist ein zuverlässiges Arbeitsgerät, aber keine Wunderwaffe. Er erfordert kluge Zusatzlösungen für Toilette, Dusche und Transport. Für den reinen Wohnbereich ist er hervorragend geeignet.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  1. Ist der Pride Go-Chair für Menschen mit Demenz geeignet?
    Ja, die einfache Steuerung (Joystick) und die niedrige Geschwindigkeit (max. 6 km/h) sind vorteilhaft. Ein Sicherheitsgurt und die Möglichkeit, die Höchstgeschwindigkeit auf 3 km/h zu begrenzen, erhöhen die Sicherheit.
  2. Kann ich den Go-Chair bei Regen nutzen?
    Der Stuhl ist spritzwassergeschützt (IPX4), aber nicht wasserdicht. Regenfahrt ist möglich, aber vermeiden Sie Pfützen und starken Regen. Schutzhüllen sind empfehlenswert.
  3. Welches Zubehör ist für die Pflege am wichtigsten?
    Eine Toilettenerhöhung, ein Duschhocker und ein Transfergurt sind die drei wichtigsten Ergänzungen. Für den Stuhl selbst: Korpusschutz und Getränkehalter.
  4. Wie oft muss der Akku getauscht werden?
    Alle 2 bis 3 Jahre, abhängig von Nutzungshäufigkeit und -art. Ein Kapazitätstest im Sanitätshaus gibt Sicherheit.
  5. Kann der Go-Chair von einer Person alleine in ein Auto gehoben werden?
    Mit Mühe ja, aber auf Dauer nicht empfehlenswert. Eine Rampe oder eine zweite Person entlasten den Rücken. Der Stuhl wiegt etwa 45 kg.
  6. Gibt es eine Garantie?
    Ja, in der Regel 2 Jahre auf den Stuhl, 1 Jahr auf den Akku. Die Garantiebedingungen variieren je nach Händler – vor dem Kauf prüfen.

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